Glossar Die Begriffe der Konsortialfinanzierung, kurz erklärt. Konsortium Im Kontext von Bibliothekskonsortien schließen sich Einrichtungen zusammen, um Lizenzen und Verträge zu verhandeln und abzuschließen. Es gibt verschiedene Formen von Konsortien, wie Landeskonsortien oder Fachkonsortien, aber auch bundesweite, fachübergreifende Konsortien wie das DEAL-Konsortium, das OA-Transformationsverträge für Einrichtungen in Deutschland verhandelt. Landeskonsortien Landeskonsortien haben als Auftrag, besonders die Informationsversorgung im jeweiligen Bundesland zu unterstützen. Daher ist für die Kooperation erforderlich, dass eine Verbindung (durch Autor:nnen der Publikationen oder Kooperationen mit Einrichtungen) zum Bundesland vorhanden ist. Fachkonsortien Fachliche Konsortien unterstützen Publikationsprojekte mit einem bestimmten Fachbezug und kooperieren eng mit Einrichtungen und Institutionen, die eben diesen Bezug haben. Sie werden beispielsweise von Fachbibliotheken oder Fachinformationsdiensten betreut und erstellen Finanzierungspakete, welche die finanzielle Unterstützung von unterschiedlichen Projekten vereinfachen. Paket/Bündel Pakete werden von Konsortien erstellt, um Prozesse zu vereinfachen und gezielte fachliche Finanzierung von Publikationen zu ermöglichen. Im Kontext von Closed-Access-Zeitschriften ist der Begriff negativ belegt, da Verlage auch Pakete erstellen, die Bibliotheken zwingen, auch unattraktive oder irrelevante Publikationen zu erwerben, auch wenn nur wenige relevante Zeitschriften aus einem Paket benötigt werden. Im Kontext von Open Access (insbes. Diamond OA) verändert sich diese Dynamik stark. Konsortien, die Pakete für DOA-Publikationen organisieren (wie das Paket des OLEcon-Konsortium: Informationen zum Konsortium | OLEcon | Open Library Economics), vereinfachen die Prozesse für Bibliotheken. Gold Open Access Gold OA beschreibt ein Geschäftsmodell für OA-Publikationen, die „echtes“ OA ermöglichen, also sofortige, kostenfreie Online-Publikation der Verlagsversion mit einer freien Lizenz. Kostenfrei meint hier nur für Leser:innen, da die Publikationskosten von Autor:innen bzw. deren Einrichtungen übernommen werden (Article Processing Charges/ Book Processing Charges): Sogenannte Transformationsverträge kombinieren die Zahlungen an einzelne Verlage für Lizenzen für Closed-Acces-Inhalte und Kosten für OA-Artikel von Forschenden der Einrichtung. Da das Ziel dieser Verträge - die Transformation hin zu Open Access - durch die Kombination der Kosten nicht zu gelingen scheint, stehen sie derzeit in der Kritik. Diamond Open Access Der Begriff Diamond OA wird noch unterschiedlich definiert. Zwei Schwerpunkte bei der Definition lassen sich aber zusammenfassen als: Keine Gebühren für Leser:innen oder Autor:innen Scholar-led-Publikationen, die in den Händen der Wissenschaft liegen und nicht profitorientiert agieren. DOA-Publikationen sollen sich daher über den Bedarf orientieren, da sich durch APC-/BPC-basierte Finanzierungsmodelle hohe Publikationszahlen negativ für eine Einrichtung auswirken können. Das Finanzierungsmodell ähnelt daher von der Logik der klassischen Erwerbung, da die inhaltliche Relevanz für eine Einrichtung eine Rolle spielt. Allerdings widerspricht die klassische Erwerbungslogik dem Konzept der freiwilligen Zahlung, da DOA-Inhalte vermeintlich auch ohne die Finanzierung von Bibliotheken bestehen können. Infrastrukturförderung Der Begriff Infrastrukturförderung wird häufig im Kontext von DOA genutzt. Infrastrukturprojekte wie DOAJ, ORCID oder DSpace veröffentlichen keine OA-Publikationen, werden aber häufig aus OA-Mitteln finanziert, da sie eine technische oder organisatorische Infrastruktur für das OA-Publizieren ermöglichen. Da bei DOA grundsätzlich OA-Publikationsgebühren entfallen, etabliert sich auch hier das Konzept der Infrastrukturförderung für DOA-Verlage. Durch Mitgliedsbeiträge von Bibliotheken wird wie bei der klassischen Infrastrukturförderung sichergestellt, dass der Verlag seine Dienste anbieten kann (Personal, Räume, IT etc.). Mitgliedsbeiträge Mitgliedschaftsmodelle ähneln konzeptuell der Infrastrukturförderung. Da bei DOA nicht für einzelne Publikationen gezahlt wird, erfolgt eine finanzielle Unterstützung durch einen festgelegten jährlichen Beitrag. Beitragshöhe und Laufzeit hängen dabei vom Mitgliedschaftsmodell ab. Häufig orientieren sich die Beiträge an der Größe (in Bezug auf die Mitarbeiterzahl oder das Budget) der beitragenden Einrichtung. Pledging Pledging-Konzepte werden derzeit vor allem für Buchpublikationen genutzt. Beim Pledging können Verlage für bestimmte Publikationen ein Finanzierungsziel festlegen. Wird es erreicht, dann erscheint das Paket oder die Publikation open access. Wenn sich nicht genügend Bibliotheken finden, die einen Betrag für die Finanzierung beisteuern, erscheinen die Publikationen closed access. Dieses Konzept ergibt bei fortlaufenden Publikationen weniger Sinn. Beim Verfassungsblog wird der Begriff allgemein verwendet, da das Niedersachsenkonsortium angelehnt an andere Pledging-Umfragen auch die Finanzierungsanfrage des Verfassungsblogs an die Bibliotheken sendet. Im Unterschied zu klassischen Pledging-Modellen ist die OA-Publikation aber nicht an ein bestimmtes Finanzierungsziel geknüpft, sondern wird vorab sichergestellt.